Wochenimpuls

Die Kraft des Heiligen Geistes

von Pastoralassistentin Esther Stampfer

Das schöne Wetter lockt uns nach draussen. Ich geniesse es, abends mit dem Velo durch die Strassen und die Natur rund um Küsnacht und Erlenbach zu fahren. Dabei sehe ich immer mehr Menschen, die sich ebenfalls wieder rauswagen. Es scheint fast so, als wäre wieder alles „normal“. Doch der Schein trügt.

Auch wenn mit der vorsichtigen Öffnung wieder Vieles im Persönlichen und Beruflichen möglich sein wird, hat sich der Alltag sehr verwandelt: Der Mundschutz und das äußere Abstandhalten gehören dazu. Das Desinfektionsmittel ist nicht mehr wegzudenken. Für uns alle gibt es noch lange keine Normalität, wie wir sie vor der Pandemie kannten. Das macht vielen Menschen Sorgen und Angst.

 

Da braucht es Mut und Zuversicht. Die Himmelfahrt und auch Pfingsten schenken uns solchen Mut. Denn auch damals waren die Menschen verzweifelt und ängstlich, sie mussten sich an eine „neue Wirklichkeit“ gewöhnen- alles war anders, alles war neu, und keiner wusste, wo es eigentlich hingehen soll. Alles wurde in Frage gestellt.

 

Wie bei uns heute stellte sich die Frage, wie es weiter geht mit dem Gemeindeleben und dem Glauben an einen Gott, der die Zusage gemacht hat, dass ER immer bei uns ist.

Mitten hinein spricht Jesus uns Mut zu, aus der Beziehung zu IHM, zum Vater und im Beistand des Heiligen Geistes zu leben: „Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“ (Joh 14,16)

Mit diesen Worten wird unser Blick Richtung Pfingsten gelenkt. Ich lebe aus der Hoffnung, dass ich da als Christin und wir als Gemeinschaft der Christen, den Geist zugesprochen bekomme. Dieser göttliche Beistand holt mich aus mancher Verzagtheit und Mutlosigkeit heraus, in die ich in der derzeitigen Pandemie schnell fallen kann. Dieser mir hier zugesprochene Geist Gottes holt mich in die Liebesgemeinschaft Gottes hinein, die mir Halt schenkt.

Wir haben ja noch Zeit bis Pfingsten, diese Botschaft in uns wirken zu lassen.

Es wird wohl noch einige Zeit brauchen, bis wir zur gewohnten Realität zurückkehren können. Dennoch sehe ich auch viele Chancen in der momentanen Wirklichkeit und bin zuversichtlich, dass wir dies mit der Kraft des Heiligen Geistes gemeinsam bewältigen.