Hoffnung in Zeiten des Coronavirus

Was hat Kirche mit Halloween zu tun? Geschrieben am

Ende Oktober ziehen wieder kleine Gespenster, Hexen und Vampire durch die Strassen, rufen „Süsses oder Saures!“ – und manch einer fragt sich: Was hat das eigentlich mit Kirche zu tun?
Ziemlich viel, wenn man genauer hinschaut!

Von Heiligen und heiligen Nächten

„Halloween“ ist nämlich gar kein modernes Importfest aus den USA, sondern hat tiefe christliche Wurzeln. Das Wort kommt von „All Hallows’ Eve“ – dem Abend vor Allerheiligen.
So wie Weihnachten am „Heiligen Abend“ beginnt, startet auch das Hochfest Allerheiligen (1. November) mit einem Vorabend. Früher gingen die Gläubigen in die Vesper, entzündeten Kerzen an den Gräbern ihrer Angehörigen und gedachten der Heiligen – jener Menschen, die uns im Glauben vorangegangen sind.

Wenn Glauben und Brauchtum sich vermischen

Wie so oft in der Geschichte mischten sich christliche Bräuche mit älteren Volks- und Naturfesten. In Irland etwa feierten die Kelten um diese Zeit Samhain, das Ende des Sommers. Man glaubte, dass in dieser Nacht die Grenzen zwischen Leben und Tod durchlässig würden – die Seelen der Verstorbenen kämen zurück, um ihre Häuser zu besuchen.
Als das Christentum sich ausbreitete, verband man diese Vorstellungen mit dem Gedenken an die Verstorbenen und die Heiligen. So entstand eine Mischung aus Glaube, Erinnerung und ein bisschen Gänsehaut.

Vom Heiligen zum Horror?

Später brachten irische Auswanderer ihre Bräuche nach Amerika. Dort verwandelte sich der ernste Gedenktag langsam in das, was wir heute als „Halloween“ kennen: ein fröhliches, manchmal gruseliges Volksfest mit Kostümen, Kürbissen und Süssigkeiten.
Dass der ursprüngliche Sinn – das Gedenken an die Heiligen und Verstorbenen – dabei etwas in den Hintergrund geraten ist, ist schade, aber vielleicht auch eine Chance: Denn das Interesse an Halloween zeigt, dass viele Menschen sich weiterhin mit Tod, Jenseits und dem „Mehr als nur Diesseits“ beschäftigen.

Christliche Gelassenheit und ein Augenzwinkern

Als Christinnen und Christen müssen wir Halloween also nicht verteufeln – im wahrsten Sinne des Wortes. Es darf ruhig auch mal etwas „spukig“ zugehen, solange wir wissen, worum es eigentlich geht: um das Licht, das stärker ist als jede Dunkelheit.
Vielleicht kann gerade Halloween uns daran erinnern, dass wir keine Angst haben müssen – nicht vor Geistern, nicht vor der Nacht, nicht einmal vor dem Tod.
Denn wir glauben: Christus hat die Dunkelheit besiegt.

Also, warum nicht…
… die Kürbislaterne dieses Jahr mit einem Kreuz oder einem Herz schmücken?
… den Kindern erzählen, dass „Halloween“ eigentlich „Allerheiligen-Abend“ heisst?
… nach der Süssigkeitenrunde eine Kerze für Verstorbene anzünden?
So wird aus einem kommerziellen Gruselfest ein Fest mit Herz – und einem kleinen  Augenzwinkern Richtung Himmel.

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