Unterwegs mit dem Besuchsdienst der Pfarrei Küsnacht-Erlenbach
Wer in unserer Pfarrei den 75. Geburtstag feiert, bekommt Besuch – ein freundliches Gesicht, ein kleines Geschenk, ein paar gute Worte. Seit rund 20 Jahren gehört Rita Jenatsch zu den Menschen, die diesen Dienst tun. Im Gespräch erzählt sie, was den Besuchsdienst ausmacht und warum er ihr so am Herzen liegt.

Was macht der Besuchsdienst eigentlich?
„Wir sind eine freiwillige Gruppe von etwa 18 Personen“, erklärt Rita Jenatsch. „Jedes Jahr besuchen wir rund 500–600 Geburtstagskinder ab 75 Jahren.“ Vom Pfarreisekretariat bekommt sie ein Couvert mit Kontaktangaben und ruft zunächst den Jubilar oder die Jubilarin an. „Ich stelle mich vor, frage nach einem passenden Termin und wünsche alles Gute. Und ich erkundige mich, welches kleine Geschenk Freude machen würde – Olivenöl, einen Wein, eine Handcreme oder eine Schachtel Hüppen.“
Die Besuche finden nicht immer am Geburtstag selbst statt, sondern flexibel, wie es den Jubilarinnen und Jubilaren passt. „Seit Corona werden wir seltener hereingebeten als früher“, sagt Rita Jenatsch. „Aber oft entstehen trotzdem herzliche Gespräche – und manchmal sogar Freundschaften.“
Wie alles begann
Nach ihrer Pensionierung wollte Rita Jenatsch etwas Sinnvolles für die Pfarrei tun. Als sie von Sepp Kistler, damaliger Sozialarbeiter der Pfarrei, gefragt wurde, ob sie nicht auch beim Besuchsdienst mithelfen wolle, sagte sie mit Freude zu. „Das war vor rund zwanzig Jahren – und ich habe es nie bereut.“
Berührende Begegnungen
Viele Begegnungen bleiben Frau Jenatsch in Erinnerung. Von einem einsamen Mann aus Erlenbach erzählt sie besonders bewegt: „Ich begann, ihn nach dem Geburtstagsbesuch jeden Monat zu treffen – bis zu seinem Tod.“ Solche Beziehungen entstehen immer wieder: „Menschen freuen sich, wenn jemand kommt, einfach so. Man nimmt Anteil an ihrem Leben – und manchmal auch an ihrem Abschied.“
Nicht immer führen die Besuche ins Wohnzimmer. „Wenn jemand nur kurz an der Tür ein paar Worte wechseln möchte, ist das genauso in Ordnung“, sagt Rita Jenatsch. „Wir kommen nicht zum missionieren. Wir kommen zum gratulieren.“

Gemeinschaft im Dienst
Der Besuchsdienst wird von Marcio Mailer, Sozialarbeiter der Pfarrei, begleitet. Viermal pro Jahr trifft sich die Gruppe zur Supervision, zum Austausch, zu Kurzreferaten – etwa zu Themen wie Demenz oder spirituellen Fragen. Ein oder zwei Treffen beinhalten einen Gottesdienst. „Und einmal im Jahr lädt uns die Pfarrei zu einem gemeinsamen Ausflug ein“, erzählt Frau Jenatsch. „Das ist immer ein Highlight – wir waren zum Beispiel in Chur oder im Kloster St. Gallen.“
Warum dieser Dienst so wertvoll ist
„Man lernt unglaublich viel“, sagt Rita Jenatsch. „Über Lebensgeschichten, über Dankbarkeit, über Einsamkeit.“ Für viele ältere Menschen sei der Geburtstagsbesuch ein Lichtblick. Manche warteten regelrecht darauf. Und für die Freiwilligen? „Für mich als Pensionierte war es eine wunderbare Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen und Kontakte in Küsnacht und Erlenbach zu vertiefen.“
Wer kann mitmachen?
„Man sollte empathisch sein, interessiert, verbunden mit der Pfarrei und offen für Menschen“, fasst Frau Jenatsch zusammen. Eine grosse Aufgabe sei es nicht – aber eine sehr erfüllende. „Und wir helfen einander. Wenn jemand in die Ferien geht, springt man füreinander ein.“
Neue Mitglieder seien herzlich willkommen. „Der Besuchsdienst sollte unbedingt weitergeführt werden“, sagt Rita Jenatsch. „Unsere Gruppe wird älter – und der Bedarf wächst.“
Vielen Dank, liebe Rita, für das Gespräch – und für deinen langjährigen Einsatz!
Wer Interesse am Besuchsdienst hat, kann sich gerne im Pfarreisekretariat melden oder direkt bei .

Sehr schöne, dankbare und wertvolle Aufgabe. Ich gratuliere herzlich von den Einsatz.